Kommunizieren mit Tieren


Wie leicht sind wir Menschen bereit, die unterschiedlichsten Tiere über einen "Kamm" zu scheren. Dabei übersehen wir oftmals, daß es bis zu 100 Millionen verschiedener Tierarten gibt! Und auch wenn zum Glück alle 20 Minuten eine davon ausstirbt, existieren selbst nach der dreimaligen Lektüre dieses Artikels noch fast unübersichtlich viele: Es gibt kleine grüne mit Schuppen, große gelbe mit schwarzen Punkten, Dreizeher, die ihre Farbe wechseln, andere, die bellen, wieder andere, die sich gut braten lassen, und, und, und... Für den korrekten Umgang mit Tieren ergeben sich - bei allen zu beachtenden Unterschieden - im einzelnen folgende Ratschläge, die natürlich nur Grundrichtlinien sein können:

Duzen und Siezen

Die Entscheidung zwischen dem Duzen und Siezen gehört zu den schwierigsten Problemen der Umgangs- und Verhaltensformen. Als erstes ist zu klären, wer überhaupt das "Du" anbieten kann. Gegenüber Einzellern, Kriechtieren und Insektenfressern ist stets der Mensch angebotsberechtigt. In sämtlichen anderen Fällen entscheidet man individuell nach persönlichem Gusto oder der jeweiligen Situation. Innerhalb einiger Tierarten jedoch gehört das "Du" praktisch zum Lebensstil (Faultiere, Lurch, Riesenschildkröten). Hier bietet sich ein eleganter Ausweg: Man bleibt zwar beim "Sie", redet seine Gesprächspartner jedoch mit Vornamen an.

Gleichberechtigung

Auch unter Tieren hat sich die Gleichberechtigung der Geschlechter noch nicht überall durchgesetzt. Die Gottesanbeterin, die sich nach dem Liebesspiel engagiert um das Abendessen kümmert, während das Männchen keinen Finger mehr rührt, ist kein Einzelfall. Als Mensch können Sie wesentlich dazu beitragen tradierte Rollenklischees aufzubrechen. Seien Sie sich ständig bewußt, daß Sie Vorbildfunktion ausüben! Reden Sie z.B. eine Gruppe von Tieren nie stereotyp an, sondern machen Sie auch hier die sprachliche Gleichwertigkeit deut- lich, indem Sie etwa abwechselnd "Meine Damen und Herren Zwitterfische" und "Meine Herren und Damen Zwitterfische" sagen.

Pinguine

Die Pinguine gehören zu den elegantesten Tieren überhaupt. Bei Spaziergängen, einfachen Küchenarbeiten, ja selbst beim Fischen ist die ganze Familie stets so gekleidet, als ob der Besuch beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten oder eine Garden Party der englischen Königin anstehe. Wenn man das Glück einer Einladung zum Dinner erfährt, empfiehlt sich ein dunkler Straßenanzug. Vorsicht: Pinguine sind bekannt für ihren skurrilen, manchmal deftigen Humor, der ganz schnell auf Kosten des Besucher gehen kann.

Höflichkeit

Niemand kann sich davon freisprechen, daß es ihm mitunter sehr schwerfällt, höflich zu bleiben. Denken wir nur an Zwischenfälle beim Melken, im hektischen Schlachthofbetrieb oder bei der Großwildjagd. Da bedarf es manchmal schon großer Selbstüberwindung, die Contenance zu wahren. Wie häufig würden wir stattdessen gerne verbale oder reale Ohrfeigen verteilen! In all diesen Fällen mögen wir uns an ein Wort des großen Tierforschers Grzimek erinnern: "Kleinen Tieren aufs Maul hauen, bei Großen Vorsicht walten lassen!"

Händeschütteln

Gemeinhin ist es üblich, sich bei der Begrüssung und Verabschiedung die Hand zu geben, um eine feste Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen. Dabei gilt: Der in der evolutionären Entwicklung Höherstehende reicht dem anderen als erster die Hand. In letzter Zeit setzen sich auch andere, legere Formen der Begrüßung durch: Ein joviales "Hallo, wie geht's" oder "Alles klar?" ersetzt besonders gegenüber Quastenflossern, Zitteraalen und Paarhufern die frühere Händeschüttelei. Freundschaftliches Schulterklopfen nur bei Tieren die auch über Schultern verfügen!

Wangenküsse

Wegen der wachsenden Beliebtheit von Umgangsformen aus südlichen Ländern sind auch bei uns die Anhänger der sogenannten "Bussi"- Begrüßung immer häufiger anzutreffen. Hierzu gilt folgendes: "Wange an Wange" nicht gleich beim ersten Treffen und nie bei Zebramangusten, Sumatra- Stachelschweinen sowie dreckigen Erdferkeln. Küsschen auf die Wange bei Flußfischen und ekligem Natterngezücht nur andeuten!

Gesprächs- und Tabuthemen

Einige grundsätzliche Tabuthemen sollten beachtet werden: Sodomie, kurze Hosen, Evolution, Zweiter Weltkrieg, Stinktiere und Gewerkschaftsfragen besser gar nicht anschneiden! Darüber hinaus gilt: Mit Elefanten niemals über die großen Klavierkonzerte diskutieren (wg. Elfenbeintastatur). Sind Tiger oder Nashörner im Raum, werden auch Gespräche über Aphrodisiaka oft als unpassend empfunden. Kaimane und Alligatoren dagegen fühlen sich in ihrem Stolz verletzt, wenn man sie mit schlecht imitierten Kroko- Lederhandtaschen konfrontiert. Erwähnen Sie stattdessen außergewöhnliche historische Leistungen aus dem Tierreich wie das Verlassen des Lebensraumes Wassers (lange vor dem Menschen) das Aussterben des Dodos, die Abenteuer des klugen Collies Lassie und von Jonas, dem Wal.

Wichtiges in Kürze

Restaurantbesuche:

Im allgemeinen betritt der Mensch das Restaurant zuerst. Tiere dürfen aber vor, wenn es sich um das Essen handelt.

Besteck:

Das Verbot, Fisch mit dem Messer zu zerschneiden, hat weiterhin Bestand. Ausnahme: Notwehrsituationen.

Titel:

"Wer eine Krawatte trägt, wird mit dem Doktortitel angeredet" - mit dieser Faustregel liegt man bei rund 90 Prozent aller Tiere richtig. In Zweifelsfällen (Kragenbär) ruhig nachfragen.

Glaube:

Die überwiegende Mehrzahl der Tiere gehört der buddhistischen Glaubensgemeinschaft an. Das ist einfach so. Missionierungsversuche sind praktisch aussichtslos, da andere Religionen dem Versprechen der Wieder- geburt in einer höheren Lebensform nicht adäquates entgegenzusetzen haben.

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